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Vielfalt vereint!?

02.12.2023
Hochkarätig besetzter Podiums-Talk der Host City Stuttgart

214 Tage vor Beginn der UEFA EURO 2024 haben wir mit unserem Podiums-Talk „Vielfalt vereint!?“ im Kultur- und Kongresszentrum der Liederhalle ein besonderes Zeichen für Diversität sowie gegen Diskriminierung und Rassismus in der Host City Stuttgart gesetzt, bei dem unterschiedliche Themenschwerpunkte der Vielfalt beleuchtet und über Wünsche und Erwartungen an die UEFA EURO 2024 in Stuttgart diskutiert wurden.

Hochkaratig waren an diesem Abend die Gäste. Das zeigte sich schon bei der Impulsrede, für die Clarence Seedorf, Globaler UEFA-Botschafter für Vielfalt und Wandel, Rekordsieger der Champions League (vier Titel mit drei Vereinen), gewonnen wurde. Mit seinen Stiftungen ist Seedorf seit vielen Jahren im permanenten Einsatz gegen Rassismus und Diskriminierung „Die Welt braucht Führungspersonen, die das Potenzial der Gleichberechtigung nutzen, damit Qualität und Verdienst die Grundlagen einer inklusiven Gesellschaft bilden. Auf diese Weise können Neugeborene sowie junge Mädchen und Jungen im Geist so rein wie am Tag ihrer Geburt bleiben.“ Er hielt seine Impulsrede – gespickt mit persönlicher Meinung, Erfahrungen und Erwartungen an die UEFA EURO 2024 – im Anschluss an die Begrüßungsrede von Stuttgarts Sozialbürgermeisterin Dr. Alexandra Sußmann.

"Die Landeshauptstadt Stuttgart ist in jeder Hinsicht eine internationale Stadt. Wir sind bekannt für unsere Vielfalt in Wirtschaft und Gesellschaft - Vielfalt ist unsere Stärke,“ so Dr. Sußmann, die das Referat Soziales und gesellschaftliche Integration leitet. „Deswegen ist es uns eine besondere Ehre, Host von fünf Spielen der Europameisterschaft zu sein und Fußballfans und Gäste aus ganz Europa im Stadion und beim Fanfest in der Stuttgarter Innenstadt begrüßen zu dürfen. Mit dem Motto ‚Vielfalt vereint!?‘ setzen wir ein klares Zeichen für Vielfalt. Wenn wir Rassismus und Diskriminierung bekämpfen wollen, ist es notwendig, dass wir uns mit diesen Themen auseinandersetzen, darüber sprechen und dagegen aktiv werden. Gerade die Europameisterschaft ist ein guter Anlass, die Herausforderungen klar zu benennen."

Im folgenden Podiums-Talk diskutierten Muhterem Aras (MdL, Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg), Philipp Lahm (Turnierdirektor UEFA EURO 2024), Alexander Wehrle (Aufsichtsratsvorsitzender der DFB GmbH & Co. KG und Vorstandsvorsitzender der VfB Stuttgart 1893 AG), Hans Sarpei (ehemaliger Fußballspieler u.a. bei Bayer 04 Leverkusen und FC Schalke 04 sowie in der ghanaischen Nationalmannschaft) und Frank Thumm (Hauptgeschäftsführer Württembergischer Fußballverband e.V.) über Diskriminierung im Alltag und auf dem Fußballplatz sowie die Chancen und Erwartungen an das Fußball-Großereignis im kommenden Jahr in Stuttgart.

„Wir alle stehen in der Verantwortung Rassismus und Antisemitismus die rote Karte zu zeigen: immer und überall!“, machte Muhterem Aras, MdL, Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg unmissverständlich klar.

Philipp Lahm, Turnierdirektor der UEFA EURO 2024, sieht beim Einsatz gegen Diskriminierung ebenfalls alle in der Pflicht: „Die UEFA EURO 2024 soll für uns alle ein Fußball-Fest werden, das Millionen Fans aus der ganzen Welt gleichermaßen willkommen heißt. Deshalb sind wir jetzt alle gefordert, uns im Sinne der Gemeinschaft einzubringen und uns zu fragen, welchen konkreten Beitrag jede:r einzelne von uns leisten kann und auch muss, damit wir im Sommer gemeinsam ein friedliches und fröhliches Turnier feiern können. Die UEFA EURO 2024 soll die Menschen zusammenführen und die Gesellschaft stärken.“

Wie dringend ein offener Diskurs zu Rassismus und Diskriminierung nach wie vor notwendig ist, stellte Alexander Wehrle heraus: „Der Fußball ist seit Jahrzehnten die Integrationsmaschine der Bundesrepublik, er bringt auf dem Rasen und auf den Rängen ganz selbstverständlich und ohne politische Agenda Menschen zusammen, die sonst nie zusammenkommen würden. Zugleich ist der Fußball ein Spiegelbild unserer Gesellschaft, mit allen Begleiterscheinungen unserer Zeit. Rassismus und Hass machen vor dem Stadion nicht halt. Insofern wird es auch bei der UEFA EURO 2024 darum gehen, den Sport, den Spaß und die Emotionen in den Vordergrund zu stellen – und sich zugleich klar zu den gesellschaftlichen Fragen zu positionieren, die während eines solchen Großereignisses noch mehr in den Fokus rücken.“

Hans Sarpei schilderte seine persönlichen Erfahrungen: „Es gibt viele Menschen, die nicht glauben, dass Rassismus und Diskriminierung in unserem Land nach wie vor alltäglich sind - ob im Beruf, auf der Straße, im Club und auch im Fußball.“

Von der Fußball-Basis berichtete Frank Thumm, der die Bedeutung des Fußballs für ein friedliches Miteinander in unserer Gesellschaft herausstellt: „Der Amateurfußball bildet die Vielfalt der Gesellschaft ab. Keine andere Sportart bringt so viele Menschen zusammen, die aufgrund ihrer Herkunft, Bildung, Religion und Sozialisation sonst weniger Berührungspunkte hätten. Das ist eine große Chance - aber auch eine Herausforderung."

Moderiert wurde die Veranstaltung von TV-Moderatorin Lea Wagner: „Ich habe selbst lange in Stuttgart gelebt und habe mich gefreut, den Gästen vor Ort und den Zuschauern und Zuschauerinnen im Livestream die Host City Stuttgart so zu präsentieren, wie ich sie kennen und schätzen gelernt habe: Vielfältig, bunt und absolut sportbegeistert.“

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